Die andere Dimension #1 – Die Schwelle

GESCHICHTE von Christian Kaiser:

Hunter Es war Samstag der 1. Dezember 2007 und ein grauer, verregneter Tag in meiner Dimension. Die Vögel hatten sich einen Unterstand gesucht. Nur die Bäume standen weiter alterwürdig an ihrem Platz, ohne sich stören zu lassen. Kein Mensch hätte freiwillig das Haus verlassen. Ich musste. Mein Name ist Hunter und ich hatte einen Auftrag bekommen. Lieber würde ich zu Hause sitzen und faulenzen. Mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher, die Beine auf die Couch gelegt und ein kühles Bier so lässt es sich leben, gerade am Sonntag. Als ich noch Jäger war, konnte ich mir meine Zeit selbst einteilen. Aber das ist nun schon lange her, 10 Jahre ungefähr. Ich liebte meinen Job. Er war mein Leben.

Das zählt jetzt nicht mehr. Die Gorkons hatten es geschafft unseren Planeten zu erobern. Ihren eigenen haben sie unbewohnbar gemacht. Aber wir waren auch nicht besser. Die Gorkons versprachen, hier alles besser zu machen. Und so erschlichen sie sich das Vertrauen bei den Politikern. Das war vor sieben Jahren. Nun leben nur noch vier Milliarden Menschen und sieben Milliarden Gorkons hier auf der Erde. Der Rest der Menschheit arbeitet in Strafkolonien auf dem Mars oder reist durch den Weltraum. Tausende, die anders dachten, wurden bestraft oder gar hingerichtet. Sie sagten es jedenfalls die vom Widerstand. Weil mir das nicht geschehen sollte, arbeite ich nun für die Außerirdischen.

Mein heutiger Auftrag war harmlos. Ich sollte, mit dem Teleporter, einen Ausflug in eine andere Dimension machen und diese Welt auskundschaften. Glücklicherweise konnten die Gorkons nur eine begrenzte Anzahl an Lebewesen in andere Welten schicken und das brauchte enorm viel Energie. Deshalb konnten sie dieser Erde nichts antuen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Nach einem langen Fußmarsch kam ich in der Zentrale an. Menschen durften keine fahrbaren Untersätze benutzen. Meinen Genausweis hatte ich immer dabei. Ohne ihn wäre ich sofort auf dem Mars gelandet. Im Vorraum wurde ich durchgecheckt. Die Gorkons reagieren sehr empfindlich gegenüber allen Krankheitserregern.
Ich traf auch gleich meinen Chef, den Wendehals Otto Schily. Er hatte sich ein Ölimperium aufgebaut. Das Öl verkaufte er an den Meistbietenden, natürlich illegal, wozu brauchen Menschen Öl oder Benzin? „Hallo Chris. Heute war wieder ein Tag. Wir Politiker haben einen 24 Stunden Tag, sieben Tage die Woche. Guido Westerwelle hat’s richtig gemacht, leitet das Arbeitslager Nord E129. Bist aber ein bisschen spät, Hunter.“ meinte Otto. „Sie vergessen wohl das ich kein Raumkreuzer habe wie Sie. Ich darf den noch nicht einmal fliegen.“ erwiderte ich. „Geh‘ an die Arbeit!“ schrie Schily und ging.

Ich musste an Joschka Fischer denken. Ich hatte es viel besser als er. Als Oberhaupt des deutschen Widerstandes musste er jeden Tag mit der Hinrichtung rechnen.Manchmal frage ich mich, warum ich diesen Weg gewählt habe. Warum helfe ich den Aliens? Irgendwann werde ich es Ihnen zeigen. Aber wann, wenn nicht heute? Mit diesen Gedanken ging ich die Treppe hinunter, mein Auftrag stand über allem. Denn auf Nichterfüllung stand die Todesstrafe. Das war mein erster Einsatz in einer anderen Dimension. Und ich sollte unglaubliches erleben. Aber erst einmal wartete eine schreckliche Tortur auf mich. Mein Charaktersollte so geformt werden, das ich den Gorkons bis zum Tode diene und ihnen blind vertraue.
Bei dieser Prozedur erlebte ich tausende Eindrücke zur gleichen Zeit, einfach der glatte Horror. sechsmal im Jahr musste ich dass über mich ergehen lassen. Zum Ende dieses Zeitraumes dachte ich immer klarer, aber dass sollte sich nun ändern. Nun galt nur der Dienst an der „großen Sache der Gorkons“.

Die Reise konnte beginnen. Ich sollte herausfinden ob die Gorkons auch in der anderen Dimension existieren. Hatten Sie dort vielleicht auch Pläne über die Erde zu herrschen? Ich hoffte das auch hier die Gorkons die Menschen „leiten“, von Reue fühlte keine Spur. Auch wenn ich meine Gedanken vor Antritt der Reise noch im Kopf hatte, verdrängte ich sie.Die Außerirdischen Kolonialisten gaben mir das nötige Werkzeug, um die Gorkons auf der anderen Seite ausfindig zu machen.
Das Oberhaupt Gowru befahl: „Mache deinen Herren keine Schande. Du wirst Kontakt zu unseren Artgenossen aufnehmen, wenn sie existieren, und es gibt sie.“ Und er meinte: „Wir haben wieder Ordnung in eure Welt gebracht. Menschen sind dazu da um zu dienen. Ihr seid dafür geboren. Das war auch schon früher so.“ Gowru kommunizierte telepathisch. „Ich diene den Gorkons. Sie unterwerfen. Sie Regieren. Sie werden siegen. Keiner kann sie aufhalten“, schrie ich voller Überzeugung. „Das wollen wir hören!“ sagte Gowru im vorbeigehen, denn er hate viel zu erledigen.Nun war ich auf mich gestellt. Keiner konnte mir helfen. Gnewka stellte die Maschine ein. Dann gab es einen gewaltigen Blitz. Alle Farben flackerten auf. Mich durchzogen tausende kleine Zuckungen. Und Sekunden später fand ich mich in einer anderen Welt wieder.

Alles war mir vertraut, so wie es früher war, bevor die Gorkons kamen. In meinem Zustand fand ich diese Idylle hässlich. Ich sehnte mich nach den Kilometerhohen Metallbauten und den menschenleeren Straßen. Ich war in einem Park gelandet. Die Vögel zwitscherten und einige Eichhörnchen turnten durch die Bäume. Aber davon wollte ich nichts wissen. Weil hier kein Mensch war baute ich das erste Gerät auf. Ich versuchte, mit einer Art Funkanlage, zu prüfen ob sich Gorkon-Schiffe in Erdumlaufbahn befinden. Das konnte schon einige Stunden dauern.

Ich beschloss also in die Stadt zu gehen. Der Ort hieß Rostock. Man konnte mit dem Teleporter nicht genau beeinflussen, wo man landete. Aber das hatte mir keiner gesagt. Ich schlenderte durch die Straßen und vergass fast, wozu ich hier war. Langsam packte mich trotz der Hypnose die Sehnsucht nach der guten alten Zeit. Ich begann alles bewusster wahrzunehmen. Die
Menschen wurden mir vertrauter. Auf einmal sagte ein Junger Mann: „Hallo Hunter, du hattest recht. deine Heimat ist Top, besonders der Strand.”
Ich sagte nur: „Sorry, ich muss weiter.” Langsam musste ich zurück in den Park, die Stunden waren schneller vergangen als mir lieb war. Schweren Herzens kehrte ich zurück. Ich hätte meinen Auftrag am liebsten nicht erfüllt. Als ich beim Gerät ankam, erwartete mich Schreckliches. Die Gorkons waren hier, aber zum Glück nur 3 Schiffe.
Doch es waren auch andere Schiffe da, wie ich später erfuhr, waren es die Gorta. Ich sollte die Gorkons unterrichten, wie sie sich der Welt untertan machen. Mir wurde bewusst, das ich das Ende der Menschheit einläuten sollte. Ich musste es tun, mein Leben hing davon ab. Also versuchte ich Kontakt aufzunehmen, da die Wirkung der Gedankenformung erst Stunden später ihre volle Wirkung zeigt. Jetzt war ich mir absolut sicher, dass ich das richtige tue.
Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Es raschelte in den Büschen. Als würde jemand immer näher kommen. „Was machen Sie hier?“, hörte ich ein Stimme fragen. Jetzt musste mir etwas einfallen: „Ich führe hier Messungen durch. Ich bin vom Amt für Naturschutz.“ Nun konnte ich die Person erkennen. Es war ein Polizist, ein Fülliger mit Brille. „Können Sie sich ausweisen? Von Untersuchungen durch das Naturschutzamt habe nichts gehört. Aber das können wir klären, nicht wahr?”
Mir musste was einfallen. Doch dann ging mir der Zufall zur Hand. Der Ordnungshüter stolperte über eine Wurzel und verlor seine Brille. Ich ging zu ihm und mit einem gezielten Tritt war seine Brille Geschichte. „O Gott, das tut mir aber leid.“ rief ich mit aufgesetzter Freundlichkeit. Der Polizist kreischte: „Können Sie nicht aufpassen?! Durch Leute wie Sie, kommen die Beamten in
Verruf.” Ich erwiderte: „Wollten Sie nicht meinen Ausweis sehen?“ und holte meinen Genpass aus der Tasche. „Weitermachen!“ rief der Polyp und verschwand in den unendlichen Weiten des Stadtparkes. Es war wohl doch nicht so schlau die Gerätschaft in der Nähe der Stadtmauer aufzustellen. Endlich konnte ich eine Nachricht ins All senden. Sie bestand aus Daten die erklärten wie die Gorkons

aus meiner Dimension die Erde erobert haben. Das nannten sie „die stille Einnahme des Planeten“. Für einen Moment hatte ich Zweifel an meinem Tun. Doch dann drückte ich den Knopf und sendete die Daten. Nun war das Schicksal der Menschen besiegelt.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. In dem Moment der Übertragung fingen die Raumschiffe der Gorkons verrückt zu spielen. Sie flogen wie wild umher, machten Loopings und innerhalb von Minuten raste schon das erste Raumschiff in ein anderes. Sie verschwanden vom Bildschirm. Ich hatte alles beobachtet und konnte es nicht glauben. Nun gab es nur noch ein UFO. Und das kollidierte mit dem Mond. Jetzt waren alle Anzeichen von Gokischen Leben in unserem Sonnensystem vernichtet, doch warum?
Ich fand eine Antwort. Wahrscheinlich hatte Gnewka, ein Freund der Menschen, einen Computervirus in die Nachricht eingebaut. Er war der einzige, der direkten Zugang zu den Daten hatte. Sie wurden von ihm verfasst. Gnewka hielt es nicht aus, das die Menschen wie Sklaven behandelt und gefügig gemacht wurden. Nun musste er mit Verbannung rechnen und ich mit der Exekution. Mein Überlebenswille war stärker als die Gedankenformung, und ich beschloss, in den Widerstand zu gehen. Dafür musste ich aber erst einmal zurück in meine Dimension. Ich wollte Gnewkas und mein Leben retten.

FORTSETZUNG FOLGT!

Hier gibt es Den 2. Teil mit Hörspiel: http://facts-and-stories.de/hunters-weihnachtsgeschichte/

 

 

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